|| Freitag, 6. Juli 2012
Handschlag zwischen Freunden
Gummersbach und Lesotho unterschreiben Kooperationsvertrag.

"Ob es einzigartig ist, weiß ich nicht. Aber in jedem Fall ist es sehr, sehr selten, dass eine Stadt in Deutschland mit einem afrikanischen Staat einen Vertrag schließt", sagte Bürgermeister Frank Helmenstein am Donnerstag in der Ratssitzung.
Der hatte einen Kooperationsvertrag verabschiedet, den die Stadt Gummersbach mit dem Königreich Lesotho im südlichen Afrika schließt, um die seit rund 30 Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu würdigen.

"Dies ist natürlich keine klassische Städtepartnerschaft, hier steht vor allem der humanitäre Aspekt im Vordergrund", betonte der Bürgermeister. In den vielen Jahren sei tatsächlich eine innige Freundschaft entstanden.

Nach der Vertragsunterzeichnung stand heute die Enthüllung eines Straßenschildes auf dem Programm, das an der Kreuzung Bergischer Hof, die Entfernung von Gummersbach zu Lesothos Hauptstadt Maseru anzeigt: 9.900 Kilometer Luftlinie.

Vizebürgermeister Jürgen Marquardt freute sich über dieses weithin sichtbare Symbol der Freundschaft.

Lesothos Botschafter Dr. Makase Nyaphisi betonte die Bedeutung der Kooperation für sein Land: "Ich wünsche mir, dass eines Tages junge Menschen aus Gummersbach nach Lesotho kommen, um sich einen Eindruck vom Leben in meiner Heimat zu machen."

Zahlen, Daten, Fakten zu den Beziehungen zwischen Gummersbach und Lesotho:

 

Seit mehr als 30 Jahren fördert die Aktionsgruppe Gummersbach mit nachhaltigem Erfolg entwicklungspolitische Maßnahmen im Königreich Lesotho. Bei diesen Projekten handelt es sich jeweils um Aktivitäten, die insgesamt darauf gerichtet sind, Kindern und deren Familien in den Distrikten Mafeteng und Mokhotlong im Kampf gegen Hunger und Krankheit sowie Jugendlichen in bildungspolitscher Hinsicht Hilfe anzubieten. So werden insbesondere seit eltlciehn Jahren Einrichtungen für Waisenkinder, die vielfach selbst

HIV-infiziert oder an Aids erkrankt sind, sowie verschiedene Kindergärten mit den dringend benötigten Mittel ausgestattet, Bechbeschaffungen ermöglicht usw.

Zusätzlich konnte darüber hinaus eine gezielte Förderung durch einen Spender vermittelt werden, der ein landwirtschaftliches Projekt der Erwachsenenbildung unterstützt. Schließlich konnten wiederholt Praktikanten aus Lesotho in Gummersbacher Unternehmen vermittelt werden, wodurch deren Fachwissen und -kenntnisse im Interesse der Fortentwicklung ihres Landes angereichert wurde.

Durch die vielfältigen Kontakte im Zuge dieser Projekte hat sich im Laufe der Jahre eine enge Zusammenarbeit auch unmittelbar mit der Stadt Gummersbach entwickelt.

Vor diesem Hintergrund wurde durch den Botschafter des Königreichs Lesotho der Wunsch nach dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Königreich Lesotho und der Stadt Gummersbach ausgesprochen, um die bestehenden guten Beziehungen zu würdigen mit dem Ziel, diese auch zukünftig fortzuführen.

Der Text der Kooperationsvereinbarung wurde mit dem Auswärtigen Amt abgestimmt.

Die Zusammenarbeit wurde von dort ausdrücklich begrüßt.

Es besteht Einvernehmen zwischen dem Botschafter als Vertreter des Königreichs Lesotho und der Stadt, dass mit der Unterzeichnung keinerlei finanzielle Verpflichtungen verbunden sind.

 

  • 1979: Die Aktionsgruppe Gummersbach nimmt ihre Arbeit auf. Initiator und Schirmherr war der damalige Bürgermeister Hubert Sülzer.

  • Damaliges Ziel: langfristig 500.000 DM (!) sammeln.

  • Tatsächlich bis heute erreicht: rund 1 Mio. Euro (!)

  • Dazu beigetragen haben ungezählte Gummersbacher Bürger beispielsweise durch Sammlungen bei Weihnachtsfeiern, Aufstellen von Sammeldosen, Basaren in Kindergärten und Schulen und Einzelspenden.

  • Aktion „Restgeld“, mit der seit dem Jahr 1982 die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Gummersbach sowie weiterer Behörden die Arbeit der Aktionsgruppe unterstützen.

  • Sammlung von Spielsachen, Bekleidung, Rollstühlen, Gehhilfen und anderem in Kindergärten, Schulen und Unternehmen unserer Region im Januar 2005.

  • Seit 2005 absolvieren junge Menschen aus Lesotho Praktika in Gummersbach.

  • Mitglieder der Aktionsgruppe haben sich immer wieder vor Ort ein Bild von der Situation in Lesotho gemacht und erfahren, wie die Menschen dort leben.

  • Das städtische Familienzentrum „Janoschs Trauminsel“ pflegt eine Patenschaft mit Kindergärten in Lesotho.

  • Derzeitiger Schirmherr der Aktionsgruppe ist Altbürgermeister Karl Holthaus.