Auch ohne den schon seit den 1840er Jahren geforderten Eisenbahnanschluss setzte ab 1860 die Industrialisierung in Gummersbach nachhaltig ein. Leitsektor war die Textilindustrie, die die Gebäude und Wasseranlagen alter Hammerwerke nutzte und zunächst vor allem die aus Lumpen gewonnene sogenannte Kunstwolle für die ärmeren Schichten der großstädtischen Bevölkerung herstellte. Hierbei profitierte die Textilindustrie von politischen Krisen wie dem amerikanischen Bürgerkrieg, der die Nachfrage nach ihren Produkten enorm steigerte und die Eigenkapitalbildung in größerem Umfang ermöglichte. Tapetenfabrikation, Eisenverarbeitung, besonders aber die Produktion eines neuartigen Dampfkessels ab 1874 – Erfinder: Lebrecht Steinmüller - erweiterten die industrielle Palette. Der Eisenbahnanschluss (1887 – 1893) sicherte die Konkurrenzfähigkeit und Expansion der existierenden Fabriken und ermöglichte das Entstehen neuer Produktionszweige; vor allem Steinbrüche sind in diesem Zusammenhang zu nennen.
In Folge der Industrialisierung nahm zwischen 1860 und 1914 die Bevölkerung um mehr als das Dreifache zu. Der Bau von Fabrikantenvillen auf der einen und einfacher Arbeiterhäuser auf der anderen Seite zeigte augenfällig die neuen gesellschaftlichen Gegensätze. Allerdings besaßen nicht wenige Arbeiter eigene Häuschen, und Unternehmer bauten Werkswohnungen, wobei Mietskasernen wie in Großstädten nicht entstanden. 
Im Vergleich zu den früher industrialisierten Gebieten - besonders den Großstädten - traten die sozialen Gegensätze vor der Jahrhundertwende allerdings nicht besonders stark hervor. Auch der kleinstädtische Hintergrund mit seiner starken sozialen Kontrolle und die patriarchalische Firmenleitung erschwerten zunächst die Bildung eigener Arbeiterorganisationen. Zudem gaben die Unternehmer bei den vereinzelten Streiks seit 1890 überraschend schnell den Forderungen der Streikenden in vielen Punkten nach. Insgesamt aber galt: Aufgrund des Dreiklassen-Wahlrechtes hatten die wohlhabenden Unternehmer das Sagen in der lokalen Politik, und insbesondere die neue Schicht der Industriearbeiterschaft hatte bis 1918 in der Stadtverordnetenversammlung keine Möglichkeit, ihre Interessen auch nur ansatzweise durchzusetzen.

Friedrichstaler Spinnerei um 1860
Die Friedrichstaler Spinnerei um 1860, gezeichnet von Th. Rövenstrunck; damals waren hier etwa 40 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt.