Die Stadt Gummersbach verfolgt ein dezentrales Unterbringungskonzept. Flüchtlinge werden nicht in großen zentralisierten Gemeinschaftsunterkünften oder Turnhallen untergebracht, sondern in ganz normalen Wohnungen, zum Teil als Wohngemeinschaften. Diese mietet die Stadt auf dem privaten Wohnungsmarkt, verteilt über das Stadtgebiet, an. 

Diese bewusste Einbindung der Menschen in die Stadtteile und des Gemeinwesens, dient einem wesentlichen Integrationsziel: Selbstgeschaffene Ballungsräume (sogenannte: Ghettos) werden verhindert und eine möglichst breite Wohn- und Lastenverteilung sowie eine wirtschaftliche Unterbringung ist gewährleistet.

Die Kollegen BU arbeiten quasi als „Hausmeister der Stadt Gummersbach“ und betreuen im Auftrag der Stadt die angemieteten Wohnungen und richten diese auf einfachem Standard ein. Sie organisieren Umzüge, übernehmen kleinere Reparaturen und kümmern sich um Schäden und deren Beseitigung. Sie sind vor Ort tätig, aber haben ihren Sitz im Rathaus (Sozialamt), weil sie eingebunden sind in das gesamte Sachgebiet der Kommunalen Integrationsarbeit.

Die Kollegen BU sind eine aktive und wahrnehmbare Präsenz der Stadt Gummersbach vor Ort. Sie macht deutlich, dass wir „unsere“ Flüchtlinge, die sich täglich vielen neuen Herausforderungen ihres neuen Lebensumfeldes stellen müssen, nicht alleine lassen. Indem sie in ihren bezogenen Wohnungen betreut werden, zeigt die Stadt Gummersbach auch dem sozialen Umfeld der externen Nachbarschaft ihr stetiges Engagement. Dies schafft die Basis für ein aktives Miteinander, fördert die Dialogbereitschaft und hilft vorhandene Vorbehalte abzubauen. 

Gelungene Integration führt die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort und der Zugezogenen zusammen. Das neue Leben in einer anderen Kultur mit all seinen Aufgaben, Erwartungen, Rechten, Pflichten, Ansprüchen und Gepflogenheiten, stellt sowohl für die neu zugezogenen Migranten als auch für die bereits hier lebende Gesellschaft eine große Herausforderung dar. Dort, wo die Unterschiede zu Konfliktpotenzial führen, ist es besonders wichtig, sowohl einfühlsam und offen, als auch selbstbewusst und entschieden, unterschiedliche Standpunkte einander annähern zu können. Hier sind die Kollegen BU wichtige Brückenbauer für alle Beteiligten.

Die Kollegen BU sind eingebunden in das Sachgebiet der „Kommunalen Integrationsarbeit“. Sie sind Teil eines größeren Teams innerhalb des Ressorts 10.4 (Soziale Hilfen/Sozialamt). In diesem multidisziplinären Team aus Pädagogen, Verwaltungskräften, Handwerkern etc., ergänzen sich Kollegen unterschiedlichster Profession und ethnischer Herkunft. Sie sind somit Beispiel für die gelebte Praxis von Vielfalt, weil jeder vom anderen profitiert und man sich dennoch immer wieder neu aufeinander einstellen muss, wenn es darum geht, den ganzheitlichen Aspekten von Integration zu begegnen und diese konstruktiv zu leben. Für eine Dienstleistungsbehörde wie das Sozialamt der Stadt Gummersbach ist eine solche Zusammensetzung eines multiprofessionellen und multikulturellen Teams wertvoll, weil wir dadurch auch den Bürgerinteressen und Bürgererwartungen weitreichend Rechnung tragen können.

Durch die Anleitung und Unterstützung beim Erlernen integrationsrelevanter Verhaltensweisen in einem normalen Umfeld, in Echtzeit und unter realen Bedingungen (Müll, Sauberkeit, Hausordnung, Schneeräumdienste etc.) tragen die Kollegen BU mit dazu bei, dass Eigenverantwortung und Erwartungshaltungen bzgl. unverzichtbarer Integrationsleistungen erlernt und gelebt werden.

Das Asylbewerberleistungsgesetz sieht vor, dass Flüchtlinge zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet werden können und hierfür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 0,80 € pro Stunde erhalten. Durch diese Einsätze soll nach dem Prinzip: „Eine Hand wäscht die andere“, der gesetzliche Rahmen geschaffen werden, dass sich Flüchtlinge trotz Arbeitsverbot für das Gemeinwesen einbringen können. Da ein solcher Einsatz jedoch immer auch eine Anleitung erfordert und diese durch den Personaleinsatz zeit- und kostenintensiv ist, können nicht immer für alle Flüchtlinge Einsätze geschaffen werden.

Herr
Christian Knopp

Betreuer Unterkünfte

Herr
Adel Al-Kisbeh

Betreuer Unterkünfte

Herr
Stefan Tröster

Betreuer Unterkünfte

Herr
Michael Heckert

Betreuer Unterkünfte