Fast 200 Jahre ist es her, seit in Gummersbach die erste Zeitung erschien: Am 1. Oktober 1835 kam das „Aggerblatt“, das später unter dem bekannteren Namen „Gummersbacher Zeitung“ fortgeführt wurde, auf den Markt. Zunächst zweimal wöchentlich, mittwochs und samstags und ohne politische Berichterstattung, fokussiert auf Anzeigenwerbung und unterhaltende redaktionelle Beiträge. Im weiteren Verlauf stellte man auf tägliches Erscheinen und stärkere nachrichtliche und politische Berichterstattung um, bevor die „Gummersbacher Zeitung“ 1936 unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes eingestellt wurde.
In Jahrgängen gebunden sind die Ausgaben der Zeitung bis heute vollständig erhalten, ein großer Teil der Bände war zuletzt privat gelagert – nun haben die Exemplare ihren Weg ins Stadtarchiv gefunden. Und das kam so: Als das alte Gebäude der Druckerei Luyken in Gummersbach an den Unternehmer Urban Wrona verkauft wurde, brachte man rund fünfeinhalb Regelmeter zu Jahresbänden gebundene Ausgaben beim Historiker Jürgen Woelke unter. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der heute noch existierenden Druckerei, Erich Viebahn, kamen Woelke und Wrona überein, dass für die historisch bedeutsamen Schätze das Stadtarchiv der geeignetste Ort sei. Und so übergab man nun die zuletzt bei Woelke gelagerten Exemplare im Rahmen einer Schenkung an Bürgermeister Frank Helmenstein. Welche Bedeutung für die Geschichtsschreibung alte Zeitungen haben können, erläuterte dieser am Beispiel des VfL Gummersbach: „Viele Jahre galt 1923 als das Gründungsjahr der Handballabteilung unseres VfL. Anhand der Berichterstattung der „Gummersbacher Zeitung“ aber lässt sich nachvollziehen und belegen, dass die Abteilung erst 1925 gegründet wurde. Streng genommen müsste die Geschichte des VfL Gummersbach neu geschrieben werden“, stellt Helmenstein schmunzelnd fest.

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