Bildnachweis: Lilli Henoch bei einem Handballspiel für den Berliner Sport-Club, © Privatarchiv Martin-Heinz Ehlert, Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. [M: Bildausschnitt]

 

 

 

 

 

 

Lilli Henoch kam am 26. Oktober 1899 in Königsberg in Ostpreußen, dem heutigen Kaliningrad, zur

Welt. Mit 13 Jahren zog die Familie nach Berlin, wo sie dem traditionsreichen Berliner Sport-Club

beitrat.

 

Handballerin und Leichtathletin

Dort spielte sie zunächst Handball, entdeckte dann aber die Leichtathletik für sich. Zwischen 1922

und 1928 war sie als Leichtathletin sehr erfolgreich und gewann in unterschiedlichen Disziplinen

mehrfach die Deutsche Meisterschaft. Henoch brach die bestehenden Weltrekorde im Diskuswurf,

in der 4-mal-100-Meter Staffel und im Kugelstoßen. Nach ihrer aktive Sportkarriere arbeitete sie

als Sportlehrerin und im Vorstand des Berliner Sport-Clubs.

 

Verfolgung und Entrechtung

Unter den Nationalsozialisten wurde sie als Jüdin aus ihrem Sportverein, dem Berliner Sport-Club,

den sie Jahre mitgeprägt hatte, ausgeschlossen. Sie verlor auch ihre Arbeitsstelle als Sportlehrerin

und musste ihre Wohnung aufgeben. Henoch unterrichtete jedoch weiter jüdische Kinder an der

jüdische Volksschule im Prenzlauer Berg.

 

Deportation und Ermordung

Im September 1942 deportierten die Nationalsozialisten Lilli Henoch zusammen mit ihrer Mutter in

das Ghetto Riga. Kurz bevor der Zug Riga erreichte, erschossen die Nationalsozialisten beide Frauen

in einem Waldstück.

 

Würdigung von Lilli Henoch

Mit der Benennung der Lilli Henoch Sporthalle gedenkt die Stadt Gummersbach einer

außergewöhnlichen Leichtathletin und ambitionierten Handballerin, die unter den

Nationalsozialisten entrechtet, gedemütigt und schlussendlich ermordet wurde. Wichtig war Lilli

Henoch, Kinder und Jugendliche als Sportlehrerin an den Sport heranzuführen, der ihr selbst so viel

bedeutet hat.